Geschichte / Denkmal

Denkmal

Historische Bedeutung

Ich lehne den Bebauungsplan 1-64a VE ab,

…weil der Mauerpark nach Erweiterung mit seiner einzigartigen Mischung aus Geschichte und Kultur die einmalige Chance bietet, politische Bildung in einer nicht-musealen Atmosphäre zu erleben. Aufgrund der Topographie des Mauerparks wird die ehemalige Trennung der Hemisphären „Ost“ und „West“ visualisierbar und die Überwindung der Trennung gegenwärtig. Durch die geplante massive Bebauung im Nordbereich wird dieses Vorhaben empfindlich gestört.

…weil eine Neubausiedlung nicht in das Ensemble Mauergrünzug passt, das Dr. Klausmeier (der Direktor der Stiftung Berliner Mauer) vorgeschlagen hat, zum UNESCO-Weltkulturerbe zu erklären. Damit sollen historische Relikte der Maueranlagen auf dem Todesstreifen erhalten und der Nachwelt zugänglich bleiben.

…weil der Begriff „Berliner Mauer“ in alle Sprachen dieser Welt Eingang gefunden hat: The Berlin Wall, Berlin Duvarı, el Muro de Berlin, Mur berliński, la mur de Berlin, il Muro de Berlino, Berlinski zid, Mur Berlinski… – Besucher aus aller Welt, die nach Berlin kommen, wollen die ehemalige Mauer sehen. Hier besteht die einmalige Situation, deren ehemalige Lage und städtebauliche Auswirkung innerhalb eines Parks, auf großer Länge erlebbar zu machen. Das ist nur möglich ohne 3,2 Hektar Neubesiedelung im Norden.

…weil der Mauerpark Symbolcharakter hat. Nur wenn der Streifen auf ganzer Länge ohne zusätzliche Besiedelung im Nordbereich fertiggestellt wird, können hier an dieser Stelle Begriffe wie „Trennung und Überwindung der Trennung“ greifbar werden.

…weil ein Park, der sich über die Bezirksgrenzen von Wedding/Mitte und Prenzlauer Berg/Pankow erstreckt, den Ost- und Westteil der ehemals durch die Mauer geteilten Stadt Berlin auf ganzer Länge repräsentiert und eine Ahnung davon vermittelt, wie sich die Welt anfühlt, wenn sie in Blöcke geteilt ist.

…weil die Gedenklandschaft der Gedenkstätte Berliner Mauer entlang der Bernauer Straße hier ihre nicht-institutionalisierte Weiterführung findet. Relikte und Thematisierungen des Mauerbaus können in einem lebendigen Kontext in die Gestaltung des Mauerparks mit einfließen. Eine zusätzliche Neubau-Siedlung wie im Bauplan vorgesehen, stört dieses Konzept.

…weil der erweiterte Mauerpark, der in einmaliger Weise Beweis für eine visionäre, moderne Stadtplanung sein könnte, für ein nicht wirklich der Bedeutung gerecht werdendes Großbauprojekt aufs Spiel gesetzt wird.

…weil der Mauerpark, auf dem ehemaligen Grenzstreifen gelegen, ein herausragender Teil des Mauergrünzugs in Berlin ist, der den Verlauf des Todesstreifens markiert, der die Stadt Berlin seit der Nacht des 13. August 1961 bis zur Wende 1989 durchzog. Ein einzigartiges Symbol für die Wiedervereinigung im geteilten Deutschland.

…weil das Gebiet an der Grenze zwischen den Stadtteilen Prenzlauer Berg und Brunnenviertel auf der ganzen Länge der Todesstreifen zwischen dem ehemaligen DDR-Ostteil und dem französischen Sektor im BRD-Westteil Berlins war. Es ist ein besonderer Ort, in dessen Sichtweite, auf der Bornholmer Brücke, sich in der Nacht des 9. November 1989 der erste Grenzbalken hob und die Welt kurz den Atem anhielt. Eine Teilbebauung mit u.a. hochpreisigen Eigentumswohnungen, die wie der Bauplan zeigt, dieser Besonderheit des historischen Ortes in keiner Weise Rechnung tragen, ist abzulehnen.

Gleimtunnel

Ich lehne den Bebauungsplan 1-64a VE ab,

…weil der denkmalgeschützte Gleimtunnel durch die Planung der Zufahrt zum Gelände in seinem eigenständigen Wert als Baudenkmal gefährdet wird.

…weil durch die Planung für die Zufahrt zur Wohnsiedlung mit Kreisverkehr direkt am Gleimtunnel eine Beschädigung durch Baumaßnahmen und Beeinträchtigung durch zusätzliche Abgase für den denkmalgeschützen Gleimtunnel zu befürchten ist.

…weil der Bebauungsplan die Straßenverkehrsfläche der Gleimstraße einschließlich beidseitig des Tunnels liegender jeweils 2,3 m tiefer Geländestreifen (Stützmauern mit Brückenwiderlagern) – anders als zunächst vorgesehen – ausspart. Die Verantwortlichkeit und Kostenübernahme für bauliche Sicherung und Erhalt des Gleimtunnels, während und nach der Bauphase, liegt damit gänzlich beim Bezirk beziehungsweise dem Land. Dies berücksichtigt auch die Tatsache, dass die Deutsche Bundesbahn, als formaler Eigentümer des Brückenbauwerks, ebenfalls im Besitz des Staates und damit des Steuerzahlers ist.

…weil es für ein Denkmal von stadtweiter Bedeutung und zwischen zwei Bezirken nicht ausreichend ist, nur die Zustimmung der „Unteren Denkmalbehörde“ für einen Eingriff in das Tunnelbauwerk einzuholen. Hier muss auch die Zustimmung der „Oberen Denkmalbehörde“ eingeholt werden.