Naherholung

NaherholungIch lehne den Bebauungsplan 1-64a VE ab,

…weil der Mauerpark in seiner jetzigen Form bereits vollkommen übernutzt ist. Er stellt für die Bewohner angrenzender hochverdichteter Gebiet einen wichtigen Nah-Erholungsraum dar.

…weil der Studie „Umweltgerechtigkeit im Land Berlin“ zu entnehmen ist, dass die sogenannte „Verkehrszelle 1102“ Prenzlauer Berg/Kollwitz Platz-Kiez (für den der Mauerpark die nächstgelegene größere Grünfläche ist) 12.545 Einwohner hat, denen 13.260 qm Grünfläche als „wohnungsnaher/siedlungsnaher Freiraum“ zugänglich sind. Dies entspricht dem extrem geringen Versorgungsgrad von sage und schreibe einem Quadratmeter pro Einwohner und unterschreitet damit die Richtwerte von 6 bzw 7 qm bei Weitem. Eine größtmögliche Erweiterung des Parks auf allen bisherigen Brach- und Gewerbeflächen ist deshalb erforderlich.

…weil durch die Nähe der geplanten Bebauung zur Nutzung des Kletterfelsens und seiner Geräuschkulisse Interessenkonflikte zwischen Ruhebedürfnis der Neuanwohner und bisherigem Sportbetrieb vorauszusehen sind.

Jugendfarm Moritzhof

Ich lehne den Bebauungsplan 1-64a VE ab,

…weil es keine rechtliche Absicherung gibt, dass durch die geplante Bebauung die Jugendfarm Moritzhof nicht am Ende doch gefährdet wird. Die Jugendfarm Moritzhof ist DER Ort im Mauerpark, wo schon heute Kinder die Brücke zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kiezen und Bezirken schlagen, deren Eltern die ehemalige Grenze oft noch als “sozialen Äquator” wahrnehmen.

…weil die Gefahr besteht, dass die Bewohner der direkt am Hof liegenden Wohnungen gegen Lärm (spielende Kinder, Schmiede etc.), wegen Geruchsbelästigung durch die Tiere etc., klagen und damit den Fortbestand der Jugendfarm gefährden.

…weil durch das starke Heranrücken der geplanten Wohnbebauung ein höherer Nutzungsdruck auf die Flächen besteht, die die Jugendfarm Moritzhof derzeit noch als Außenspielflächen für seine Kinder und als Weide für die Pferde nutzt. Das wäre anschließend nicht mehr gut möglich.

…weil der geplante Abstand der Neu-Wohnungen zur Jugendfarm zu gering ist. Die Jugendfarm Moritzhof wurde extra in L-Form geplant und gebaut, zum Park hin geöffnet, dem Park zu- und der angrenzenden Wohnbebauung abgewandt. Die geplante Bebauung widerspricht diesem Konzept und kann also keine ähnliche Lärmsicherung wie zur Schwedter Straße hin garantieren.

…weil mit den potentiellen neuen Bewohnern Nutzungskonflikte entstehen werden: Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen von 5000 € auf der einen Seite, spielende Kinder, qualmendes Lagerfeuer, grasende Ponys und der krähende Hahn auf der anderen Seite – da sind Konflikte vorprogrammiert.

…weil die Arbeit der Jugendfarm mit der derzeitigen Besucherdichte und dem derzeitigen Tierbestand nur durch die Nutzung der umliegenden Parkwiesen möglich ist. Seit vielen Jahren besteht zwischen dem Bezirk Pankow und dem Betreiber der Jugendfarm ein Nutzungsvertrag über diese Parkflächen. Diese bisher reibungslos funktionierende Kooperation wird durch das geplante Wohngebiet mit 2000 zusätzlichen potentiellen Parknutzern gefährdet. Die Jugendfarm kann ihr Angebotsprofil in der derzeitigen und seit Jahren erfolgreichen Form nicht weiter aufrechterhalten, wenn durch eine noch mehr wachsende Bewohnerdichte, sowie durch die Verschattung durch die neuen Gebäude (und damit weniger Grünbewuchs), die Parkwiesen für die Jugendfarm als Spiel- und Weideflächen nicht mehr nutzbar sein sollten.

…weil wir Klagen gegen Lärm befürchten, weil die Jugendfarm von ihrem baulichen Profil her zur geplanten Bebauung hin offen ist und jeglicher Lärm in Richtung Park und geplanter Wohnbebauung schallt. Hüttenbau, Schmieden und Tiere – eine Jugendfarm ist kein Ort der Stille. Hier war schon bei Entstehung der Jugendfarm die Erweiterung des derzeitigen Mauerparks geplant (siehe Flächennutzungsplan). Darauf ist die Jugendfarm von Größe und baulichen Voraussetzungen von Anfang an ausgerichtet.

…weil dieser Teil der Stadt dringend mehr Freiraum und naturnahe Erholungsräume für Kinder und Familien benötigt. Hier am nördlichen Teil des Mauerparks könnten statt der Luxusbebauung solche Flächen – wie z.B. eine Erweiterung der Jugendfarm durch einen Abenteuerspielplatz, sowie weitere naturnahe Erholungsräume entstehen.

…weil die Kapazitäten der Jugendfarm Moritzhof bereits heute personell, als auch räumlich sehr begrenzt sind. Bereits jetzt werden Kinder aus dem Bezirk Mitte von der Jugendfarm Moritzhof „kostenfrei“ mitbetreut. Der Bezirk Mitte beteiligt sich nicht an den Kosten der Jugendfarm, obwohl ein großer Teil der Nutzer aus dem angrenzenden Wohngebiet Wedding kommt. Die potentiell etwa 2000 zusätzlichen Bewohner würden diesen Nutzungsdruck noch verstärken – Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sind in dem geplanten neuen Wohngebiet nicht vorgesehen.

…weil der mindestens drei Jahre andauernde Baulärm einer Großbaustelle für die Kinder und Tiere der Jugendfarm eine unzumutbare Belastung darstellen würde.

…weil die Infrastruktur des geplanten Baugebietes für Kinder und Jugendliche völlig unzureichend ist (Schulen, Freizeitangebote) – jetzt schon gibt es im Wedding zu wenig Freizeitangebote für Kinder.

…weil die Zuwegung für Radfahrer und Fußgänger von Parkseite erfolgen soll – dies wird auf dem Weg direkt vor der Jugendfarm, auf dem bisher Kinder z.B. Fahrradfahren üben, Stelzen laufen oder auf den Ponys reiten konnten zu Problemen führen.

…weil die Verschattung durch die Bebauung sowohl der Jugendfarm als auch dem Wasserspielplatz den Großteil der Sonne in der die Kinder spielen rauben wird.

Kultur

Ich lehne den Bebauungsplan 1-64a VE ab,

…weil bei der jetzigen Bauplanung mit Wohnungen zum Park hin die spontane und freie Betätigung und Zusammenkunft von Musikern, Künstlern, Tänzern, Schauspielern, Feuerschluckern und vielen anderen mehr gefährdet wird, da wegen Lärm- und sonstiger Belästigung der Neuanwohner gegen die Nutzung geklagt wird. Es hat sich schon häufig in Berlin gezeigt, dass Einrichtungen weg-geklagt werden, auch wenn den neuen Bewohnern das Vorhandensein lauter kultureller Einrichtungen vor Einzug bekannt war (z.B. Knaack-Club).

…weil die Randbebauung des Mauerparks mit Eigentumswohnungen den Mauerpark als international und lokal renommierten Kultur- und Erholungsraum in Gefahr bringt. Seine weltweit bekannten Aktivitäten und Attraktionen, die mittlerweile auch in sehr vielen Reiseführern stehen (wie z.B. das Mauerpark-Karaoke), drohen schrittweise durch die Eigentümer begrenzt zu werden. Basketball, Grillen, Karaoke, kleine Musik-Auftritte, würden eingeschränkt oder völlig verboten und damit das nachbarschaftliche Zusammenleben stark einschränken.

…weil der bestehende Basketball-Platz bedroht wird, da er dann direkt vor den geplanten Bauten liegt. Es sind auch Lärmkonflikte und Probleme hinsichtlich der Durchgangswege für Fahrradfahrer und Fußgänger vorprogrammiert.