Monthly Archives: August 2015

Städtebaulicher Langfristschaden?

…entsteht dann, wenn sich die politisch Verantwortlichen über all das hinwegsetzen, was eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern soll. Ist ein Grundstück einmal bebaut, wird das für die nächsten 100-150 Jahre auch so bleiben…

http://www.pankower-allgemeine-zeitung.de/2015/08/07/mauerpark-staedtebaulicher-langfristschaden/

Die kühlende Funktion von Grünflächen wirkt 200-300 m in die Wohnbebauung hinein. Fehlt diese, wie dies im Falle einer Bebauung nördlich des Gleimtunnels der Fall wäre, heizen sich die Wohnungen in den umliegenden Häusern auf. Werden zusätzlich noch neue Häuser hinzugebaut, wirkt das wie ein Steinofen, der die Wärme besonders gut speichert, wenn links und rechts davon möglichst viele Steine aufgetürmt werden. In heißen Sommern, wie wir es auch derzeit wieder erleben, kühlt es dann auch nachts nicht mehr richtig ab.

Wird zusätzlich noch eine bestehende Frischluftschneise verbaut, die die im Norden in den unbebauten Flächen entstehende Kaltluft in die Mitte Berlins befördert, wird es auch in den südlich des Mauerpark gelegenen Stadtteilen wärmer werden.

Den Wunsch nach einem sorgsamen und vorausschauendem Umgang mit Grünflächen hatte das Netzwerk für Grünzüge an alle für die Stadtentwicklung verantwortlichen Personen gerichtet: Den Regierenden Bürgermeister, die Senatoren, die Abgeordneten, die Bezirksbürgermeister, Stadträte, Bezirksverordnete und Umlandpolitiker. Leider ist davon in der allgemeinen Presse davon bislang wenig zu hören gewesen. Daher wollen wir nochmals darauf hinweisen:

http://www.gruenzuege-fuer-berlin.de/

Wenn im September die Abgeordneten über die Einwendungen zum Bebauungsplan befinden, hoffen wir, dass der Stadtentwicklungsplan Klima, den der Senat 2011 beschlossen hat, nicht einfach weg-gewogen wird. Auf der Web-Site der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung heißt es beispielsweise:

„Der Klimawandel betrifft die Städte in besonderer Weise. Er wirkt sich auf das Bioklima aus und damit auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Daher ist es eine der größten Herausforderungen, vor die uns der Klimawandel stellt, für die Lebensqualität in der Stadt auch in Zukunft zu sorgen.“

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtentwicklungsplanung/de/klima/

Da das Bebauungsplanverfahren 1-64a VE zum Mauerpark aus stadtweitem Interesse durch den Rat der Bürgermeister an den Senat übergeben wurde, kann dieser nun beweisen, ob ihm die Lebensqualität in der Stadt oder Partikularinteressen wichtiger sind.

Zeigt, dass ihr mit einer Bebauung nicht einverstanden seid und kommt zur

Lärm-Demo „Laut gegen Verdrängung“

am 12.09.2015 um 14.00 Uhr

am Vinetaplatz im Wedding.

 

Wir freuen uns auf euch!

Eure Mauerpark-Allianz

 

„Grün statt Beton“

heißt die erste Ausgabe einer gemeinsamen Zeitung von „Bürgerinitiativen im Netzwerk für eine soziale Stadtentwicklung“. Sie ist nun in einer Auflage von 55000 Exemplaren erschienen und wird in den nächsten Tagen an vielen Stellen der Stadt verteilt. Der Themenschwerpunkt der Zeitung ist die Kritik an der Wohnungsbau- und Grünflächenpolitik des Senats. Exemplarisch werden an den aktuellen Bau- und Planungsprojekten der Groth-Gruppe aufgezeigt, wie Senat und Investoren Hand in Hand gegen den erklärten Willen von engagierten Bürgerinitiativen vorgehen und sämtliche Partizipationsbestrebungen der Berliner und Berlinerinnen missachten. Auf Seite 4 der Zeitung ist eine besondere Rubrik aus der „Tierwelt“ Berlins zu lesen. Das Grotodil wird vorgestellt. Neugierig? Die Zeitung könnt Ihr hier downloaden:

Kampagnenzeitung „Grün statt Beton“

„Berlin wächst bis 2030 rasant? Kaffeesatz-Leserei!“

(siehe: RBB-online.de, 8.07.2015, Andrea Marshall)

Über Zahlen und Statistiken lässt sich ja bekanntlich gut streiten. Solche Gefechte überlassen wir aber gerne den Anderen. Trotzdem möchten wir auf ein interessantes Interview mit dem Bevölkerungsexperten Dr. Harald Michel (Institut für Angewandte Demografie Berlin-Brandenburg) hinweisen.

Dieser betrachtet das Bevölkerungs-Wachstum, das der Berliner Senat seit Monaten gebetsmühlenartig der Bevölkerung eintrichtert, um jegliche Bebauung zu rechtfertigen, etwas nüchterner:

Seiner Aussage nach sind solche Prognosen „genauso zuverlässig wie die Prognose von vor zehn Jahren, dass es eben keinen Zuwachs geben wird“ (Dr. H. Michel, rbb-Online vom 08.07.2015). Nach der Wende solle der damalige Stadtentwicklungs-Senator Peter Strieder sogar von 8 Millionen Einwohnern gesprochen haben, was sich bekannterweise nicht bewahrheitet hat.

Sehr gerne und schnell werden Gruppen, die gegen eine Bebauung sind als Egoisten bezeichnet. Aber ist es nicht so, dass bereits jetzt schon 3,4 Millionen Einwohner in Berlin leben und der Staat auch für das Wohl dieser Menschen verantwortlich ist?

Wäre es nicht wichtig, auch vorhandenen Wohnraum zu sichern? Wie wir in einer Anfrage durch die Abgeordnete Katrin Lompscher erfahren, haben in den letzten Jahren einige städtische Wohnungsbaugesellschaften vorzeitig ihre Förderung für sozialen Wohnraum zurückgezahlt. Damit fallen zahlreiche Wohnungen, z.B. im Brunnenviertel aus einer Förderung heraus. Die Mieten steigen anschließend.

Um weiterhin eine lebenswerte Stadt zu erhalten, braucht es auch Grünflächen und laut Stadtentwicklungsplan sind diese bereits jetzt in den dicht besiedelten Kiezen in Prenzlauer Berg zu wenig. Das Berliner Netzwerk für Grünzüge hat einen offenen Brief an alle für die Stadtentwicklung verantwortlichen Personen gerichtet, in dem es zum nachhaltigen Umgang mit Freiflächen, wie sie auch die Fläche nördlich des Gleimtunnels darstellt, aufruft.

Wir werden weiterhin dafür kämpfen, einen Weltbürgerpark, der sich von der Bernauer Straße bis hinauf zu den Bahngleisen der Ringbahn erstreckt, Wirklichkeit werden zu lassen. Bitte unterstützt uns dabei!

Sehr wahrscheinlich wird der Senat noch im August über unsere Einwendungen gegen den Bebauungsplan befinden. Damit wird sich das Abgeordnetenhaus wahrscheinlich noch im September beschäftigen und beschließen. Danach soll „zeitnah“ der Bebauungsplan festgesetzt und die Rechtsordnung beschlossen werden. Somit bietet sich für uns im September nochmals die Möglichkeit unsere qualifizierten Einwendungen zur Diskussion zu stellen.

Vielen Dank für eure Mithilfe!

Eure Mauerpark-Allianz

 

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close