„Berlin wächst bis 2030 rasant? Kaffeesatz-Leserei!“

(siehe: RBB-online.de, 8.07.2015, Andrea Marshall)

Über Zahlen und Statistiken lässt sich ja bekanntlich gut streiten. Solche Gefechte überlassen wir aber gerne den Anderen. Trotzdem möchten wir auf ein interessantes Interview mit dem Bevölkerungsexperten Dr. Harald Michel (Institut für Angewandte Demografie Berlin-Brandenburg) hinweisen.

Dieser betrachtet das Bevölkerungs-Wachstum, das der Berliner Senat seit Monaten gebetsmühlenartig der Bevölkerung eintrichtert, um jegliche Bebauung zu rechtfertigen, etwas nüchterner:

Seiner Aussage nach sind solche Prognosen „genauso zuverlässig wie die Prognose von vor zehn Jahren, dass es eben keinen Zuwachs geben wird“ (Dr. H. Michel, rbb-Online vom 08.07.2015). Nach der Wende solle der damalige Stadtentwicklungs-Senator Peter Strieder sogar von 8 Millionen Einwohnern gesprochen haben, was sich bekannterweise nicht bewahrheitet hat.

Sehr gerne und schnell werden Gruppen, die gegen eine Bebauung sind als Egoisten bezeichnet. Aber ist es nicht so, dass bereits jetzt schon 3,4 Millionen Einwohner in Berlin leben und der Staat auch für das Wohl dieser Menschen verantwortlich ist?

Wäre es nicht wichtig, auch vorhandenen Wohnraum zu sichern? Wie wir in einer Anfrage durch die Abgeordnete Katrin Lompscher erfahren, haben in den letzten Jahren einige städtische Wohnungsbaugesellschaften vorzeitig ihre Förderung für sozialen Wohnraum zurückgezahlt. Damit fallen zahlreiche Wohnungen, z.B. im Brunnenviertel aus einer Förderung heraus. Die Mieten steigen anschließend.

Um weiterhin eine lebenswerte Stadt zu erhalten, braucht es auch Grünflächen und laut Stadtentwicklungsplan sind diese bereits jetzt in den dicht besiedelten Kiezen in Prenzlauer Berg zu wenig. Das Berliner Netzwerk für Grünzüge hat einen offenen Brief an alle für die Stadtentwicklung verantwortlichen Personen gerichtet, in dem es zum nachhaltigen Umgang mit Freiflächen, wie sie auch die Fläche nördlich des Gleimtunnels darstellt, aufruft.

Wir werden weiterhin dafür kämpfen, einen Weltbürgerpark, der sich von der Bernauer Straße bis hinauf zu den Bahngleisen der Ringbahn erstreckt, Wirklichkeit werden zu lassen. Bitte unterstützt uns dabei!

Sehr wahrscheinlich wird der Senat noch im August über unsere Einwendungen gegen den Bebauungsplan befinden. Damit wird sich das Abgeordnetenhaus wahrscheinlich noch im September beschäftigen und beschließen. Danach soll „zeitnah“ der Bebauungsplan festgesetzt und die Rechtsordnung beschlossen werden. Somit bietet sich für uns im September nochmals die Möglichkeit unsere qualifizierten Einwendungen zur Diskussion zu stellen.

Vielen Dank für eure Mithilfe!

Eure Mauerpark-Allianz